Bardonecchia-Movies






Bardonecchia Trip am Mt. Sommelier

Kaffeeliebhaber

Manchmal ist ein bisschen mehr eben doch nicht zu verachten.
Mir persönlich schmeckt der Kaffee aus der klassischen Alu-Kanne aus Italien eigentlich sehr gut. Ein schnelles Kaffee oder lieber noch ein Espresso gleich nach dem Aufstehen oder während einem kurzen Halt im Gelände wäre doch geradezu ideal. Mit dem italienischen Klassiker braucht man doch etwas mehr Zeit und die Fummelei mit Gaskocher und Pulver ist eben doch etwas für ausgeschlafene Leute.

Adriana machts möglich
Auf unserer Biker-Tour in Griechenland fuhr ein äusserst handliches Modell mit. Diese Espressomaschine die Kaffee mit den handelsüblichen Pads braut ist sehr kompakt (ca. 20 x 38 x 25 cm, BxLxH) und benötigt gerade einmal 600 Watt Leistung. Genug Dampf für besten Kaffee und umsetzbar im Batteriebetrieb. Diese Maschine kaufte ich mir zusammen mit einem 2000 Watt Inverter und baute die Maschine kurzerhand im Silver-Boy ein.


Gut gesichert und einfach zu bedienen


Sitzbar statt Stehbar

Zwischenzeitlich hat Adriana den Platz gewechselt. Die Maschine ist neu in der grossen Staubox integriert und noch besser geschützt (offroad-geprüft). Bilder folgen demnächst.

Neue Position von Adriana. Nach einigem Hin und Her schnitt ich nun doch in den Deckel der grossen Staubox einen Ausschnitt für die Kaffeemaschine. So steht die Maschine nun sicher und gut geschützt im obersten Ablagefach. Der Ausschnitt wird in einem nächsten Schritt noch abgedichtet. So ist das Material und auch die Maschine zusätzlich geschützt.


Vorerst schützt ein "Helmsack" die Adriana vor Schmutz und Staub



Adriana an neuem Standort im Silver-Boy



Zweite Umbau- / Ausbauphase Sommer 2010

Der Wunsch nach einer Schlafmöglichkeit im Innenraum des Fahrzeuges wurde immer grösser. So setzte ich mich erneut an den Schreibtisch und erstellte einen Plan nach dem anderen um auch diesen Umbau in Eigenbau zu realisieren. Pläne auf Papier zu bringen ist eine Sache, diese aber umzusetzen die andere Seite.

Fehlendes Know-how und Maschinenpark
Sehr bald musste ich einsehen, dass mir doch etwas an Wissen fehlt und noch schlimmer – Wissen kann man(n) sich aneignen – mein Werkzeugarsenal reichte bei weitem nicht aus um all die Materialien zu verarbeiten. Da braucht es Abkantwerkzeuge, jede Menge Platz und Zangen in jeglicher Ausführung. Eben von A bis Z eine gut ausgestattete Werkstatt. Mein Bastelraum sah da doch etwas zu bescheiden aus.

Die richtige Wahl
Als erst machte ich mich daran mir klar darüber zu werden was ich wirklich will und was davon ich auch wirklich brauche. Die Wunschliste wurde lang, sehr lang. In verschiedenen Foren im Internet sowie in Angeboten von Fachwerkstätten schaute ich mich gut um. Recherchierte die Möglichkeiten und verglich die Angebote immer wieder mit meiner Anforderungsliste.
Nach einigen Wochen "Studium" fand ich den Fachmann für meine Idee. So fuhr ich im April 2010 ins Aargauische und schaute die Möglichkeiten, die Materialien und die Arbeiten gleich vor Ort an. Im Gespräch einigten wir uns auf den passenden Ausbau.

Neuer Innenausbau
Zwei Wochen stand nun mein Silver-Boy in der Garage und erhielt einen komplett neuen Innenausbau. Normalerweise wäre für den Umbau nur eine Woche geplant gewesen, leider wurde die Dieselzufuhrpumpe für die Standheizung nicht geliefert.


"Macht auf das Tor und steigt ein"

Der Innenausbau umfasst:
  • Küchenboard an der Hecktüre (aus Edelstahl)
  • grosse Staubox mit Auszugstisch und Deckel (1 langer Stauraum und 3 einzelne Staufächer)
  • Sitzbox mit integriertem Stauraum
  • 3D-Sitzbank (mit grossem Stauraum)anstelle der originalen Sitzreihe
  • Staubox hinter Fahrersitz mit von Aussen zugänglichem Stauraum
  • 40 Liter Kompressorkühlbox (12V/220V)
  • Doppelbatteriesystem mit IBS-Regler
  • Webasto Thermo-Top P Luftheizung mit Programmierfunktion (unter Cubbybox montiert)
  • 2 zusätzlichen DIN-Stecker für weitere elektrische Geräte

Liegeelement zwischen den Boxen eingelegt und 3D-Sitzbank umgelegt: Liegefläche 100 x 200 cm


Innenansicht mit umgelegter 3D-Sitzbank


3D-Sitzbank in der zweiten Reihe (für 2 Passagiere)


40 Liter Kompressorkühlbox auf Staubox (von Aussen zugänglich)

Weitere Abänderungen
Nebst dem Innenausbau wurden zeitgleich noch zwei, drei weitere Gadgets installiert:
  • Seitenstaufach (für Gas, Bergematerial usw.)
  • Heckmarkise (Wetterdach ca. 140 x 230 cm) mit Telekopstangen und Verstärkung
  • Seitenmarkise (Wetterdach ca. 150 x 230 cm) mit Telekopstangen und Verstärkung

Seitenstaufach abschliessbar



Markisen (im wetterfestem Transportsack)

Von nun an konnte ich jederzeit mein Nachtlager aufstellen ohne gleich Ärger wegen Wildcamping zu kriegen. Die Luftheizung bringt ein wesentliches Plus an Komfort (auch in kalten Sommernächten) und die Markisen dienen als Sonnen- oder Regenschutz.





Dachzelt

In einer Auktion eines Online-Portals konnte ich für CHF 500.00 ein älteres, dichtes und sehr stabiles Dachzelt ersteigern. Das Zelt hatte anfänglich eine eigene Trägerkonstruktion und liess sich nur im vorderen Dachteil montieren. So konnte der aufzuklappende Teil nach hinten gezogen werden und mit einer herkömmlichen Aluleiter war das Zelt erklimmbar. Für meine Zwecke und auch für kurze Einsätze nicht das Richtige. 
Auf dem "Ninety" montiert und dabei gleich von der Leiter gestürzt. Vierzehn Tage an Stöcken und eingeschränkte Bewegungsfreiheit war die Folge davon.

Mit dem Kauf des "Oneten" und dem Erwerb eines Extec-Trägers (ebenfalls ersteigert) waren die Montagemöglichkeiten für das Dachzelt wieder vielseitiger. Jedenfalls schien es vorerst so.
Wieder bereitete mir diese Aufgabe ein paar schlaflose Nächte. Aufgrund des Alters meiner Schlafstätte und der eigenwilligen Konstruktion, war ich gezwungen eine weitere Eigenkonstruktion umzusetzen.

Mit einer Grundplatte die als Träger für das Zelt diente; drei Zentimeter Abstand zwischen Platte und Zeltrahmen musste vorhanden sein um die Blache mit Klett schliessen zu können, einigen Gummipuffern für eine vibrationsarme Befestigung und einer neuen Dachzeltleiter zum ausziehen konnte ich die Montage in Angriff nehmen. Es funktionierte tatsächlich.


Dachzelt mit neuer Blache auf dem Extec-Träger

Von nun an glich der Zeltaufbau einem Vergnügen. Blache lösen und nach hinten stülpen, Leiter ergreifen und ziehen; schon war das Zelt aufgeklappt und die Schlafstätte bereit. Keine zwei Minuten und ein angenehmes Nachtlager für zwei Personen stand zur Verfügung.


Schwindelfrei sollte man sein

Die Nächte waren von nun an sehr entspannt und mit dem Überhang war zugleich der Heckbereich des Fahrzeuges überdacht. Das Schliessen des Zeltes war hingegen eine eher mühsame Prozedur.
Zugeklappt war es schnell, aber den Zeltstoff noch in Form bringen ein anderes Thema (die Höhe macht selbst mir zu schaffen). Die Blache war sehr enganliegend um Flattergeräusche zu vermeiden, deshalb musste jeweils ziemlich an allen Ecken und Enden kräftig gezogen werden bis die Blache satt geschlossen war. An warmen Tagen kein so grosses Problem, hingegen bei Kälte und Nässe ein Abenteuer für sich.


Einstieg zu den Träumen

Weekend-Trip

Einfach so direkt neben der Alphütte parken, Blache wegziehen, Leiter entriegeln, Dachzelt entfalten und dann gleich ein Bierchen trinken. Nicht gerade Alltag, trotzdem immer wieder etwas unheimlich praktisches. Im Juli 2009 war ich zu einer Geburtstagsfeier an der Lenk eingeladen. Tage zuvor regnete es in Strömen und dementsprechend sah auch die Bergstrasse aus. Einige Erdrutsche und weitere kleinere Bäche traten über den Weg. Defender sei Dank und es war ein Kinderspiel hochzufahren.


Ein angenehmes und windgeschütztes Nachtlager an der Lenk (Metsch)

Die Nacht war sehr kalt – im Freien wohlverstanden. Mit dem nordischen Duvet und Kuschelkissen im Zelt liess es sich bestens ins Reich der Träume begehen.
Am Sonntag schien die Sonne und langsam meldete sich der Sommer wieder zurück. Nach einer wunderbaren Nacht, den Reissverschluss betätigt und ein wahrhaftig eindrücklicher Ausblick aus luftiger Höhe bot sich mir.


Blick aus dem Nachtlager

Nach reichhaltigem Frühstück wählte ich die Abkürzung um noch bei meiner Mutter vorbeizuschauen. Die private Strasse, das heisst die Bergstrecke aus Schotter und einigen Schlaglöchern führte mich über den Hahnenmoospass nach Adelboden. Die CHF 10.00 Gebühr war es wert.



Erster Innenausbau

Ein Land Rover Defender ist durchaus vergleichbar mit einer Harley-Davidson. Meine Erfahrung beziehungsweise Erkenntnis hat gezeigt, dass sich nachstehender Vergleich durchaus bewahrheitet:
  • Die Produktebroschüre hat einen Umfang von etwa 20 Seiten
  • Der Originalzubehörkatalog weist im Minimum 80 Seiten auf
  • Die Kataloge der zig hundert Anbietern für Zubehöre und Umbauteile sind vergleichbar mit einem dicken Telefonbuch
Individualisieren ist also angesagt. Nicht im Sinne von Auffallen um jeden Preis sondern auf den Fahrer abgestimmt, nach seinem Gusto eben.

Wo fangt es an – wo endet es
Da hat jeder so seine Vorstellungen, man wird inspiriert von Fachzeitschriften, Besuchen von Ausstellungen und Events, sowie aus den täglichen Erfahrungen während dem Gebrauch des Fahrzeuges. Jedenfalls, ganz sicher abhängig vom Verwendungszweck, kann man so einiges am Defender modifizieren. Bis hin zu vollausgebauten Camper, mit besten Offroadeigenschaften notabene ist alles möglich.

Erste Schritte
Bereits beim "Ninety" wechselte ich nach einigen Tagen das Lenkrad aus. Land Rover spendiert dem Defender ein Steuerrad wie es bekanntlich in grossen Frachtschiffen verbaut wird. Milde ausgedrückt: "nur für Fahrer unter 170cm Körpergrösse zu empfehlen". Ein Sportlenkrad mit bescheidenen 32cm Durchmesser ist genau das Richtige für etwas längere Personen.


Praktische Kisten im Laderaum
Nach eingehendem und umfangreichem Studium unterschiedlichster Möglichkeiten die diverse Anbieter in der Schweiz und in Deutschland anpreisen, kam ich zum Schluss dies könnte durchaus auch im Eigenbau realisiert werden.
Im Winter 2008/2009 verbrachte ich somit die meiste freie Zeit entweder im Baumarkt, am Schreibtisch oder im Bastelraum. Meine Idee bestand darin, eine grosse Staubox mit Auszugstisch und eine Sitz-/Staubox im Laderaum einzubauen. Selbstverständlich wollte ich keinenfalls unnötige und zusätzliche Löcher in die Carrosserie bohren. Aber wie um Himmelswillen kann ich die beiden Boxen (Staubox mit den Massen: 100 x 60 x 40 cm (LxHxB) stabil und geländetauglich festmachen?
Nach ein paar schlaflosen Nächten hatte ich die Lösung:
Im Laderaum passte ich eine Grundplatte (beschichtete 20mm starke Holzplatte) ein. Diese Platte war so genau zugeschnitten, dass keine Bohrung zur Fixierung nötig war. Auf der Fläche montierte ich U-Schienen die wiederum zur Befestigung der Boxen diente. Die Boxen hatten im Grundelement vierkantige Alurohre. Die Stabilität testete ich ausgiebig im harten Geländeeinsatz. Test bestanden.



Grosse Staubox bei der Fertigstellung (Alurahmen als Grundelement)


Erster Einsatztest der rohen Boxen


Einsatzbereit und Boxen mit Riffelblech beplankt


Auszugstischplatte (Keep it simple)


Staubox zusätzlich mit Spannband gesichert (war nie nötig)


Sitzbox (Sicht nach hinten)


Hintere Sitzbank
Da wir meist zu Zweit, beziehungsweise zu dritt mit Sky unterwegs waren, wollte ich noch mehr Stauraum generieren. So baute ich im Frühling 2009 den Einzelsitz der hinteren Sitzbank kurzerhand aus. An seiner Stelle fertigte ich analog der ersten beiden Stauboxen eine weitere praktische Kiste. Diese Box war einerseits von oben her (im Fahrzeug) zugänglich und andererseits bequem durch die Seitentüre  zu erreichen. Hier waren in erster Linie die vielverwendeten Gegenstände untergebracht. mit zwei 12 Liter Weithalskanister hatte ich gleichzeitig einen sehr komfortablen Zugang für Wasser.



Seitenstaubox an Stelle des Einzelsitzes der hinteren Sitzbank


Fazit
Mit meinem selbstgebauten Innenausbau durfte ich erste Erfahrungen sammeln. Die Einrichtung war zudem sehr kostengünstig; die Materialkosten beliefen sich auf weniger als CHF 500.00! Mal abgesehen von den paar Arbeits- und Planungsstunden allemal wesentlich kostengünstiger als ein "Profi-Ausbau".
Die Boxen dienten mir über ein Jahr als praktische Transportbehältnisse, Wohnatmosphäre auf kleineren Reisen und eben für Inspirationen zum Verbessern.

Griechenland Sommer 2010

Mit den Biker-Buddies on Tour. Jedes Jahr ein Highlight das nicht wegzudenken ist. Die erste Etappe führte uns, leider auf Autobahnstrecken von Bern nach Ancona. immerhin etwas mehr als 600 Kilometer. Aber auf unseren Mopedchen keine schwierige Aufgabe.
Am nächsten Tag setzten wir mit der Fähre nach Patras über. Ganze 24 Stunden durften wir uns auf dem Dampfer an den Köstlichkeiten aus der Bordküche und den kühlen Getränken von der Deckbar erfreuen. Land ins Sicht und ab gehts wieder auf unseren Stahlrösser rund um den Penelopes. Insgesamt fuhren wir tausendzweihundert Kilometer auf der Halbinsel. Jeden Abend dieser Woche verbrachten wir auf Campingplätzen direkt am Meer. Während unsere Liebsten in der Schweiz eine Kältewelle erfuhren, erlebten wir den wahren Hochsommer: bis zu 42 Grad Celsius zeigten unsere eingebauten Thermometer an. Zum guten Glück hatten die Griechen stets genug kühles Bier an Lager.
Die Rückreise wählten wir mit einem Zwischenstopp in Ivrea und assen wie der Kaiser von Rom ein wunderbares Abendessen in der Osteria del Cypressia. Die letzten vierhundert Kilometer über den grossen St. Bernhard waren doch etwas kühler als in Griechenland.
Freue mich schon auf die kommende Tor-Tour: Sardinien und Korsika stehen diesen Sommer an.









Bardonecchia - Piemont 2009

Drei Tage mit Gleichgesinnten in den Alpen unterwegs. Durch ausgetrocknete Bachbeete, Wege aus dem ersten Weltkrieg hinauf zu den Ruinen der alten Festungen, Picknick mit Lauten der brünstigen Hirschen, Abends reichhaltige Köstlichkeiten von der italienischen Küche und immer Sonnenschein. So lässt es sich leben.










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